Ein Talent fürs helfen Maria–Ward–Realschule

Ein Talent fürs helfen Maria–Ward–Realschule Schrobenhausen

Realschülerinnen gehen einer Bibelstelle auf den Grund und sammeln viel Geld für gute Zwecke

In einer sechswöchigen Aktion hat die Maria – Ward – Realschule Schrobenhausen 5200 € an Spendengeldern für die Caritas und die „Kinderhilfe Litauen „ sowie eine große Menge an Lebensmitteln für die Tafel gesammelt. Diese Spenden sind jetzt übergeben worden.

Zeitungsartikel Donaukurier Schobenhausener Zeitung 24.01.2023

Eine Bibelstelle begleitete die 662 Realschülerinnen durch die Zeit von Allerheiligen bis Weihnachten. Im Gleichnis von den anvertrauten Talenten berichtet der Evangelist Matthäus, wie ein Kaufmann auf Reisen geht und seine Talent – das sind sehr hohe Geldbeträge – seinen Knechten zur Verwaltung übergibt. Bei seiner Rückkehr hatten diese erfolgreich damit gewirtschaftet, nur einer von ihnen war nicht bereit, sein Talent einzusetzen und vergrub es stattdessen sicherheitshalber lieber. Der Kaufmann reagierte mit Zorn und Enttäuschung und entließ den Knecht, der seine reichen Gaben so hatte brach liegen lassen. Der Ausdruck „Talent„ wurde daher später als Bild für die dem Menschen von Gott anvertrauten Fähigkeiten und Begabungen verstanden , mit denen er verantwortungsvoll umgehen soll.

Im Gegensatz zum letzten Knecht vergruben die Realschülerinnen ihre Talente nicht, sondern setzten sie vielfältig ein. Ausgestattet mit einem symbolischen Talent, nämlich pro Schülerin einem Euro, der am Ende wieder an die Schule zurückgegeben werden musste, starteten die Mädchen zahlreiche Aktivitäten. Es wurde gebastelt, bei Gartenarbeiten geholfen oder nicht mehr benötigte Spielzeug herausgesucht und bei verschiedenen Gelegenheiten verkauft.

So konnten beispielsweise in der Vorweihnachtszeit die Besucher und Besucherinnen der umliegenden Wochenmärkte immer wieder selbstgebackenes und kreative Geschenke von den Schülerinnen erwerben. Eine Klasse organisierte eine große Lebensmittel – Spendenaktion für die Schrobenhausener Tafel.

Auf diese Weise kamen stolze 5200 € zusammen. Die Begegnungsstätte der Caritas als Nachbarin der Schule freut sich mit Leiterin Caroline Hainzinger über 2500 €, den gleichen Betrag erhält Eva Klingenberg für ihren Verein „Kinderhilfe Litauen“. Die restlichen 200 € spenden die Schülerinnen der Katzenhilfe Pöttmes sowie dem Tierheim Neuburg – Schrobenhausen.

Caroline Hainzinger von der Caritas ist begeistert von dem Gedanken hinter der Aktion:
„Unsere Klienten haben ebenfalls viele Talente, die durch Krankheit aber verschüttet sind. Diese Begabungen wieder hervorzuholen und den Menschen so einen Teil ihres normalen Lebens zurück zu geben, ist unsere Aufgabe. Dabei helfen oft eine warme Mahlzeit oder eine Tasse Kaffee, um ins Gespräch zu kommen, oder Materialien wie Ton zum Töpfern , um kreative Arbeit zu ermöglichen. Dafür werden wir das Geld verwenden.“

Eva Klingenberg bedankt sich auf litauisch mit labai aciu – vielen Dank – bei der ganzen Schulfamilie und erklärte, dass nun die Dorfschule in Zelsva mit der Renovierung und Ausstattung eines Raumes beginnen können, in dem sich bald neue Schüler, Kinder mit Down-Syndrom, wohl fühlen würden.

„Wir hätten nie gedacht, dass unsere Talente – Aktion solch ein Erfolg wird“, resümiert Schulleiter Frank Puschner:
„Da sieht man , was man alles erreichen kann, wenn man seine Talent nicht vergräbt, sondern für andere einsetzt!“

Zeitungsartikel Donaukurier Schobenhausener Zeitung 24.01.2023 Bild 1
Zeitungsartikel Donaukurier Schobenhausener Zeitung 24.01.2023 Bild 2

Die Schülersprecherinnen Franziska, Mila, Victoria und Elanur überreichten gemeinsam mit Schulleiter Frank Puschner und Lehrerin Jeanette Pobitschka je einen Scheck an Eva Klingenberg (linkes Bild) sowie an Caroline Hainzinger und Stephanie Englert – Dougherty von der Caritas

Geöffnete Herzen für Litauen

Geöffnete Herzen für Litauen

592 Weihnachtskarten aus dem Schrobenhausener Land sind auf dem Weg ins Baltikum

Von Heidrun Budke​, Schrobenhausener Zeitung, 22.12.2022

Zeitungsartikel 'Offene Herzen' vom 22.12.2022 in der Schrobenhausener Zeitung
Früher waren die alljährlichen Weihnachtstransporte der Kinderhilfe Litauen mit Sachspenden ein Fixpunkt im Kalender. Nun forderte zunächst Corona und aktuell der Krieg in der Ukraine auch für die engagierten Mitglieder des bekannten Vereins , der vor 28 Jahren von Manfred Schwaak gegründet wurde, einiges an Einfallsreichtum. Nach der ersten Weihnachtskarten Aktion 2020 und einem Herbsttransport 2021 sind heuer erneut Weihnachtskarten auf dem Weg nach Litauen.

„Gerade in der aktuellen Situation hat es mich so geschmerzt, dass wir wieder keinen Weihnachtstransport hinkriegen“, bedauert Eva Klingenberg sehr, „aber ich bin so dankbar, dass es jetzt wieder in dieser Form klappt.“

Während der Jahreshauptversammlung im Sommer hatten die Vereinsmitglieder besprochen, dass wegen des Krieges in der Ukraine auf einen Spendentransport verzichtet werden muss, um die Fahrer nicht der unkalkulierbaren Gefahr auszusetzen. Also griff der Verein auf die Aktion zurück, die sich bereits im ersten Corona – Jahr bewährt hatte : die Kindergärten und Schulen, die sonst Spendenpäckchen packen, wurden gebeten, Weihnachtskarten zu basteln. Und was dabei wieder entstand , das rührt die Vereinsvorsitzende Eva Klingenberg sehr.

„Es kamen 592 Karten von insgesamt zwölf Stationen zusammen“, hat sie am Ende ihrer Sammelfahrt gezählt. Die Grundschule Schiltberg, der Schulverband Berg im Gau, Brunnen und Langenmosen, die Grundschule Hohenwart, die Maria – Ward – Realschule in Schrobenhausen sowie fünf Kindergärten – Sankt Wolfoldus in Hohenwart, Taka – Tuka – Land und der AWO – Kindergarten in Schrobenhausen, der Kindergarten Lummerland in Mühlried und der Kindergarten Sonnenschein in Hohenried – machten mit. Außerdem war heuer der Kinderhort Leuchtturm in Schrobenhausen erstmals dabei.

Nach dem Bericht in der Schrobenhausener Zeitung über die Jahreshauptversammlung im Sommer hatte Wilfried Seemann Kontakt mit dem Verein aufgenommen. Ursprünglich stammt er aus Hamburg, lebt seit zwei Jahren in Schrobenhausen und hat früher beruflich einige Jahre in Litauen verbracht. „Er ist unser neuestes Mitglied“, sagt Klingenberg und er hat sie zu einigen Stationen beim Abholen der Karten begleitet. „Das war eine Bereicherung, denn er konnte die Fragen der Kinder über Litauen quasi aus erster Hand beantworten“, freut sich Klingenberg.

In der Grundschule in Schiltberg zum Beispiel wollten die Schüler wissen, wie es den Kindern in Litauen gehe. Rektorin Anna Ruf bedankte sich mit herzlichen Worten bei den Grundschülern für Ihr Interesse und die Begeisterung beim Basteln .
„Es ist so schön, dass Ihr eure Herzen geöffnet habt für Kinder, denen es nicht so gut geht. Es wäre toll, wenn ihr euer Herz auch weiterhin diesen Spalt offen lasst.“

Nachdem Eva Klingenberg die Karten eingesammelt hatte, schaute sie sich die Ergebnisse zu Hause mit ihrer Familie an. Die liebevollen Bastelarbeiten der Kindergartenkinder und die Sprüche, die die Schulkinder auf die Karten geschrieben hatten, haben sie „so berührt und es hat mich so erfüllt“, freut sie sich. Dann verpackte sie alles in große Kartons, die inzwischen mit der Spedition, die auch 2020 den Transport übernommen hatte, unterwegs nach Litauen sind.

Dort werden die Weihnachtskarten an die Kinder in der Dorfschule Zelsva , der Sonderschule in Kaunas , im Kindergarten Radastele in Klaipeda – der sich durch den Zusammenschluss mit einem weiteren Kindergarten sehr vergrößert hat – und im Waisenhaus in Klaipeda übergeben. Eva Klingenberg freut sich schon jetzt auf die Rückmeldungen und Fotos, die sie sicher nach den dortigen Weihnachtsfeiern bekommen wird. Noch vor Weihnachten wollen die Mitglieder der Kinderhilfe Litauen außerdem ein Video fertigstellen: einige Sequenzen wurden in den Kindergärten und Schulen bereits gedreht. Eva Klingenberg erzählt: „Das schneiden wir zusammen und schicken es als Friedens-Grußbotschaft nach Litauen – dann sehen die Kinder dort , dass wir an sie denken und sie nicht vergessen haben.“

Von Büchern und 3D-Karten

Eva Klingenberg und ihre Mitstreiter haben viele berührende Momente erlebt

„Schon Anfang Oktober, während die meisten Kinder noch Kastanien sammeln, durfte ich die ersten fast 40 wunderbaren Weihnachtskarten im AWO- Kindergarten abholen“, erzählt Eva Klingenberg, Vorsitzende der Litauen-Hilfe ,von ihren Erlebnissen. Eigentlich wollte sie den Abholtermin für November ausmachen, aber da waren die Karten schon fertig. Ein bisschen komisch sei es für die Kinder schon gewesen, so früh Weihnachtskarten zu gestalten, aber die Erzieherinnen berichteten, dass alle viel Spaß dabei hatten.

In der Maria – Ward – Realschule wurden Klingenbergs Tochter Lucia und deren Freundin Marie Mitte November „spontan verpflichtet“, einen kurzen Vortrag über die Kinderhilfe Litauen an ihrer Schule zu halten. „Beide hatten große Freude dabei und auch wirklich viel zu erzählen“, weiß die Vereinsvorsitzende. Lehrerin Ulrike Neumair berichtete ihr später, „ die Klasse 5A hörte gespannt zu und gestaltete wunderschöne Weihnachtskarten.“

Als Klingenberg im BRK – Kindergarten Lummerland in Mühlried die Karten abholte, hatten die Kinder ein hawaiianisches Weihnachtslied einstudiert, um den litauischen Kindern eine Freude zu machen: „Echt toll“, findet Eva Klingenberg. Und im Kindergarten Sankt Wolfoldus in Hohenwart war sie ebenfalls ganz begeistert vom Engagement der Kinder: “Das waren richtige Weihnachtsbücher, die dort gestaltet wurden.“

In der Grundschule in Schiltberg war Wilfried Seemann dabei. „In der Aula warteten viele interessierte Kinder, die uns mit ihren Fragen gelöchert haben“, berichtete Klingenberg, „es wurde uns von Herzen gewünscht, dass wir bald wieder mit einem richtigen LKW nach Litauen fahren können“. Die Kinder fragten, ob der Spediteur durch Kriegsgebiet fahren muss, um die Weihnachtskarten abliefern zu können, wieviele Kühe es in Litauen gibt, ob die Preise dort auch so gestiegen sind und wieviel man dort verdient. 123 Karten nahmen Klingenberg und Seemann dort mit, so auch eine, auf der ein Mädchen einen Weihnachtsgruß in litauisch aufgeschrieben hatte – „Respekt“, sagt Eva Klingenberg da nur.

Im Kindergarten Sonnenschein in Hohenried machten sich Sven und Eva Klingenberg mit Wilfried Seemann gemeinsam auf den Weg zur Abholung. Hier hatte sich auch der Ingolstädter Regionalsender angemeldet, um einen Fernsehbericht zu erstellen. „Die Kinder waren anfangs sehr aufgeregt“, erzählt Eva, „aber sie haben es ganz wunderbar gemacht“. Auf die Frage des TV Reporters, was die Kinder denn für Wünsche mit auf den Weg geben würden, meinte der kleine Valentin ganz spontan: „Ganz viel Lego!“

Zum ersten Mal war heuer der Kinderhort Leuchtturm bei der Aktion dabei. Die Kinderpflegerin Sadia Oudo hatte mit den Kindern ein paar sehr aufwändige 3-D – Karten gebastelt – davon soll jede der Einrichtungen in Litauen eine bekommen: „Die können sie dort für alle Kinder sichtbar unter den Weihnachtsbaum stellen“, war Eva Klingenbergs Vorschlag. Zunächst hätten sie etwas Besonderes machen wollen, erzählte stellvertretende Hortleiterin Petra Schlagbauer, „aber als wir gehört haben, dass insgesamt 600 Karten gebraucht werden, haben wir zu einer einfacheren Drucktechnik gewechselt. „Immerhin 30 Karten sind hier ganz kurzfristig fertig geworden.

Jahreshauptversammlung 2022

Kinderhilfe Litauen verschiebt Weihnachtstransport

Jahreshauptversammlung 2022 der Kinderhilfe Litauen e. V.

Ukraine-Krieg wirkt sich auch im Bereich der karitativen Arbeit aus

Heidrun Budke, Donaukurier / Schrobenhausen und Umgebung, 07.09.2022

Jahreshauptversammlung 2022 der Kinderhilfe Litauen
Kurze Inhaltsangabe:

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand neu gewählt. Ebenso gab Eva Klingenberg – alte und neue Vorstandsvorsitzende – bekannt, dass der Weihnachtstransport 2022 ausfallen muss. Die beiden Fahrer schätzen die Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine für sehr sehr schwierig ein. Das Risiko ist einfach zu groß. Eva Klingenberg hofft auf einen Ostertransport in 2023.

In einem Rückblick auf 2021 berichtet Eva Klingenberg vom Transport 2021, der aufgrund von Corona bereits im Herbst stattfand. Sie bedankte sich bei allen Spendern, die mit ihrer Unterstützung für den guten Erfolg des Transportes sorgten

Eva Klingenberg berichtete auch über die Sonderschule Kaunas – ein Projekt der Kinderhilfe. Inzwischen konnte auch die Stadtverwaltung Kaunas zur Unterstützung motiviert werden. So konnte gemeinsam mit Spenden der Kinderhilfe ein Kindergarten für schwerstbehinderte Kinder eingerichtet werden. Dieser ist bislang einzigartig in Litauen. Auch konnten Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Es entstand ein Inklusionsspielplatz. Hier sollen nun die Wege befestigt werden, damit die Rollstuhlfahrer den Spielplatz auch selbständig benutzen können.

Und auch neue Projekte sind geplant: in Litauen sollen alle Schulen im Jahr 2023 Inklusionsschulen werden. Dies betrifft natürlich auch die Dorfschule in Zelsva. Auch hier will der Verein helfen, Finanzierungslücken zu schließen.

Um den Kindern in Litauen auch ohne Weihnachtstransport eine Freude zu machen und auch die Schrobenhausener Kinder mit ein zu beziehen, hatte Sven Klingenberg einen Vorschlag. Die Institutionen könnten zum Beispiel selbst eine Aktion zum Thema Frieden oder Hoffnung durchführen, Weihnachtskarten gestalten … Daraufhin hatte die Vorsitzende die Idee, dass jede Schule mit den Schülerinnen und Schülern eine Friedensgrußbotschaft als Video gestalten könnte. Die Videos würden dann als Gesamtvideo nach Litauen geschickt. Das wäre ein schönes Zeichen.

Weihnachtstüten sorgen für Freude

Weihnachtstüten sorgen für viel Freude

Mit einem Lkw voller Spenden hatten sich Vertreter der Kinderhilfe Litauen e.V. schon Ende Oktober auf den Weg in das baltische Land gemacht.

Mit dabei waren natürlich die mehr als 1000 Weihnachtstüten, die Kindergarten- und Schulkinder aus dem Schrobenhausener Land befüllt hatten. Kurz vor Weihnachten wurden die Tüten in Kaunas, Klaipeda, Naujiena und Zelsva an die Kinder übergeben – was natürlich für große Freude sorgte. Außerdem gab es heuer ein besonderes Dankeschön für die bayerischen Spender.

Weihnachtstüten sorgen für viel Freude von Heidrun Budke

Freitag 31. Dezember 2021 – Sonntag 2. Januar 2022

Weihnachtstüten sorgen für viel Freude

Viele, viele Weihnachtstüten hatte die Kinderhilfe in Litauen abgeliefert.

Staunen über Fahrräder Klaipeda

Mit großen Staunen wurde die vielen Fahrräder von den Kindern in Empfang genommen

Begrüßung mit Gedichten und Tänzen

Mit Gedichten und Tänzen wurde der Transport der Kinderhilfe Litauen begrüßt-

Mit einem Lkw voller Spenden hatten sich Vertreter der Kinderhilfe Litauen e.V. schon Ende Oktober auf den Weg in das baltische Land gemacht. Mit dabei waren natürlich die mehr als 1000 Weihnachtstüten, die Kindergarten- und Schulkinder aus dem Schrobenhausener Land befüllt hatten. Kurz vor Weihnachten wurden die Tüten in Kaunas, Klaipeda, Naujiena und Zelsva an die Kinder übergeben – was natürlich für große Freude sorgte. Außerdem gab es heuer ein besonderes Dankeschön für die bayerischen Spender.

Es war ganz anders als sonst, aber nicht weniger schön“, erzählt Eva Klingenberg, die Vorsitzende der Kinderhilfe Litauen e.V., als sie Anfang November mit ihren sechs Mitfahrern von der Tour in das baltische Land nach Schrobenhausen zurückgekehrt war. Ungewohnt entspannt war die Fahrt, denn um möglichen Lockdowns oder Grenzschließungen im Zusammenhang mit Corona zuvorzukommen, hatte der Verein den Weihnachtstransport von Dezember auf Ende Oktober vorverlegt.

So wurden Klingenberg und ihre Mitfahrer unterwegs von ganz neuen Impressionen begleitet: „Es war warm und trocken und wir sind durch wunderbare Herbstwälder gefahren“, berichtet die Vereinsvorsitzende. Eine Nacht in Zelsva, eine Nacht in Kaunas und eine Nacht in Klaipeda – das war der Reiseplan. Da aufgrund des frühen Reisezeitpunktes die Übergaben der Spenden und Weihnachtstüten nicht wie in den vergangenen Jahren direkt erfolgen sollte, konnte das Team einige Abgabepunkte bündeln. Die Verteilung bei den einzelnen Empfangsstellen übernahmen die Unterstützer vor Ort. „Die Kinder bekamen bei unserer Ankunft zum Teil Kuscheltiere oder ein kleines Spielzeug“, erzählt Klingenberg, „die Weihnachtstüten blieben aber unangetastet, denn die sollten ja erst kurz vor dem Fest verteilt werden.“

Gastfreundschaft der Menschen berührt

Mitfahrer Willibald Stegmayr, der heuer zum ersten Mal dabei war, sei schon am ersten Treffpunkt in Zelsva sprachlos gewesen, sagt Klingenberg: „Da war ein kleines Mädchen, dem hab ich ein Radl in die Hand gedrückt. Ihre Augen haben so geleuchtet und sie war so dankbar, hat er mir auf der Weiterfahrt erzählt.“ Es sei eine richtige Erlebnisreise gewesen, denn die Kinder und die außerordentliche Gastfreundschaft der Menschen in Litauen waren sehr berührend. Auch Eva Klingenberg geht das so, über die Jahre wachsen ihr manche Kinder ans Herz und neue Kontakte kommen dazu, wie etwa heuer mit der kleinen Migle, die so ein neugieriges und aufgeschlossenes Mädchen ist: „Nach ihr werde ich nächstes Jahr bestimmt wieder fragen“, ist Klingenberg sicher. In der Sonderschule oder dem Kindergarten in Kaunas sind vor allem Kinder untergebracht, die im Gegenteil zu der kleinen Migle schwerstbehindert sind. Klingenberg weiß, dass es nicht einfach ist, wenn man das erste Mal in die Einrichtungen kommt: „Nicht jeder hält das aus“, hat sie Verständnis. Auch für sie ist es eine emotionale Herausforderung, „aber ich habe mich einfach darauf konzentriert, wie viel Gutes dort passiert ist und wie gut das für die Eltern ist.“ Der Kindergarten in Kaunas ist noch ganz neu und derzeit der einzige in Litauen, der schwerstbehinderte Kinder aufnimmt.

Der Kindergarten Radastele in Klaipeda ist dagegen der älteste in Litauen: Er wurde bereits 1955 gegründet. Die Leiterin Diana Varkaliene freute sich besonders über „den Riesenhaufen an Lernrädern und Bobbycars – das könnte sie sich nie leisten für die vielen Kinder“, weiß Klingenberg, denn ein Laufrad kostet aktuell ungefähr 150 Euro und dort gehen 200 Kinder in den Kindergarten. „Als die Kinder abgeholt wurden, waren wir gerade mit dem Ausladen fertig und sie haben sich alle auf die Räder gestürzt“, erzählt Klingenberg. Und weil die litauische Leiterin einerseits so glücklich ist, dass sich in Schrobenhausen so viele an der Aktion beteiligen und sie andererseits möchte, dass auch die litauischen Kinder ihre Freude und Dankbarkeit ausdrücken, hat sie heuer Geschenke mit dem Lkw zurück nach Deutschland geschickt: Mit den litauischen Kindergartenkindern hat sie 15 Bilder gemalt – eines für jede Schule und jeden Kindergarten, die sich im Schrobenhausener Land beteiligt haben. „Alles in Papier in litauischen Farben verpackt“, ist Eva Klingenberg ganz gerührt, „und dazu hatte sie noch Fotos gegeben, wie die Kinder die Bilder gemalt haben – daraus habe ich eine Collage gemacht.“ So hat Klingenberg nun alle bayerischen Einrichtungen, die sich an der Weihnachtstüten-Aktion beteiligt hatten, zum zweiten Mal besucht: „Ich habe das in den letzten Wochen an alle Stationen ausgefahren und die Mädchen und Jungen haben sich so gefreut, dass sie auch ein Geschenk bekommen.“

Mehr als 1000 Geschenke

In den Tagen vor Weihnachten wurden endlich die mehr als 1000 Weihnachtstüten in den Kindergärten, der Sonderschule, dem Kinderkrankenhaus, der Dorf- und der Sonderschule in Zelsva, Naujiena, Klaipeda und Kaunas verteilt. Sicher bedauert Eva Klingenberg, dass sie selber nicht dabei sein konnte, aber sie bekam viele, viele Fotos, die die Überraschung und die Freude der litauischen Kinder sehr anrührend wiedergeben. Die Kindergartenleiterin Diana Varkaliene war auch diesmal wieder besonders rührig: Sie schickte einige Zeilen an Eva Klingenberg mit Zitaten von den Jungen und Mädchen im Kindergarten Radastele bei der Übergabe der Tüten. Während sich die kleineren Kinder vor allem über Schokolade oder Einhorn-Backformen freuten und wissen wollten, wo der Nikolaus wohnt, bedankten sich die Älteren mit ganz herzlichen Worten. Wie etwa der sechsjährige Azoulas, der alle Kinder in Deutschland grüßt und die gleichaltrige Lukrecija, die hofft, dass der Nikolaus bald wiederkommt und allen Kindern eine Freude macht. Oder die ebenfalls sechsjährige Vilte: „Der Teddybär und die Geschenke haben mich sehr gefreut. Danke. Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht krank werden, immer gesund und munter bleiben.“

Was sich seit dem letzten Besuch verändert hat

Die Sonderschule in Kaunas empfand Eva Klingenberg bei den vergangenen Besuchen als sehr belastend – nicht zuletzt, weil es dort so sanierungsbedürftig aussah. Heuer hatte sie schon gedacht, sie hätten sich verfahren, denn sie erkannte das Gebäude gar nicht wieder: Neue Fenster, schöne Farben an der Außenfassade sowie eine Wärmedämmung und ein neues Dach: „Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht“, freut sie sich. Dort konnte sich die Vorsitzende auch den Inklusionsspielplatz anschauen, dessen Bau die Kinderhilfe finanziert hatte und sie sah den Bus wieder, den früher einmal die Rotarier gespendet haben und der nun die Kinder zuhause abholt: „Es ist einfach schön zu sehen, dass die Spenden nachhaltig ankommen und genutzt werden“, meint Klingenberg. In der Sonderschule konnte die Gruppe heuer erstmals übernachten, denn die Gästezimmer sind fertig. Außerdem wurde dort inzwischen ein Kindergarten für schwerstbehinderte Kinder gebaut – das ist der einzige dieser Art in Litauen überhaupt. Und das vorhandene, aber seit langem ungenutzte Schwimmbad wird derzeit renoviert: „Das war immer mein zweiter Traum neben dem Spielplatz“, sagt Klingenberg. Das Riesenprojekt wird jetzt durch die Stadt finanziert, denn dort sitzen inzwischen Vertreter, die die Behinderteneinrichtung stark unterstützen: „Im Schwimmbad können die Kinder in den nächsten Jahren wieder ihre Übungen machen – das ist sensationell“, freut sich Eva Klingenberg – hbu

 

Kunst für die Kinderhilfe gesucht

Kunst für die Kinderhilfe gesucht

hbu, Schrobenhausener Zeitung, 15.10.2021

Kriemhild Jager spendet Bilder für Kinderhilfe

Der Künstlerflohmarkt, den Brigitte Schuster am vergangenen Wochenende organisiert hatte, kam nicht nur gut an – er hat auch noch zu einer besonderen Begegnung geführt: Eva Klingenberg, die Vorsitzende der kinderhilfe Litauen, die j aktuell fleißig Spenden für den Herbsttransport nach LItauen sammelt, schnelnderte wie viele durch die Räume im Pflegschloss. Dabei wurde sie von Kriemhild Jager erkannt und angesprochen. Die beiden Frauen unterhielten sich über die Projekte, die die Kinderhilfe in LItauen unterstützt. In dem Rahmen kam das Gespräch auf das trostlose, weil triste Gebäude des Kindrheims in Kaunas für dessen Verschönerung die Künstlerin Mary Leistle erst kürzlich gespendet hatte (wir berichteten). Jager hatte davon gehört – und ließ sich an Ort und Stelle inspirieren: Sie suchte einige ihrer Kunstflohmarkt-Bilder aus und schenkte diese Eva Klingenberg für die Kinderhilfe Litauen. Klingenberg freute sich von Herzen und wird die Gemälde mit dem Herbsttransport, der am 24. Oktober starten wird, mitgeben.

Im Nachgang hatte Kriemhild Jager eine weitere Idee: „Vielleicht könnten wir andere Künstler motivieren, as ihrem Depot etwas zu spenden!, wandte sie sich an die Schrobenhausener Zeitung. „Die Bilder wären gut aufgehoben und würden Freude bereiten in so einem Waisenhaus, das sich mit Sicherheit keine Bilder leisten kann.“ Auch davon zeigte sich Eva Klingenberg hoch erfreut: „Es wäre ganz sensationell, wenn wir mehr Bilder hätten für die vielen grauen Zimmer in Kaunas.“ Die Werke sollten allerdings nicht zu filigran sein, damit sie den Transport gut überstehen und keinen Schaden nehmen. Künstler, die noch Stücke in ihrem Fundus haben, von denen sie sich zugunsten der litauischen Kinder trennen möchten, können diese am Samstag, 16. Oktober von 10 bis 12 Uhr im Lager der Kinderhilfe Litauen bei der Familie Haas, Alte Dorfstraße 15a in Mühlried abgeben. Wer an dem Tagnicht kann, aber trotdem spenden möchte, kann sich an Eva Klingenberg zwecks weiterer Absprache wenden: (08454) 9143030.

Herbsttransport 2021 mit Geschenken

Weihnachtstüten werden heuer schon im Oktober nach Litauen gebracht – Hoffen auf Spenden

Herbsttransport 2021 mit Geschenken

Von Heidrum Budke Schrobenhausener Zeitung 08.10.2021

Herbsttransport 2021 Von Heidrum Budke Schrobenhausener Zeitung 08.10.2021

Foto: Kathi und Simon Göttler die wie Eva Klingenberg aus Hohenried sind, standen in der vergangenen Woche mit vielen schönen Kuscheltieren bei der Vereinsvorsitzenden vor der Tür – Klingenberg freute sich sehr über diese Überraschung

Foto: Budke

Schrobenhausen – Seit 25 Jahren ist es das Herzstück der Kinderhilfe Litauen, dass Schrobenhausener Kinder Weihnachtstüten packen. Diese werden mit einem Spendentransport nach Litauen gebracht und dort bei kleinen Weihnachtsfeiern in den Einrichtungen, die der Verein unterstützt, an die Kinder übergeben. Im vergangenen Jahr machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Heuer wird wieder ein Transport stattfinden, aber ganz beim Alten ist noch nicht alles.

Die Geschenke fehlten den Kindern sehr

„Wir müssen schneller sein als Corona“, ist Eva Klingenberg bewusst. Deshalb wird aus dem Weihnachts- nun ein Herbsttransport. Im vergangenen Jahr hatte der Verein aufgrund der Pandemie-Lage auf die Fahrt verzichten müssen. Weil man aber den Gedanken an die Kinder ohne diese Freude in der Vorweihnachtszeit unerträglich fand, entschloss sich der Verein zu einer Alternative: Mehr als 1000 Weihnachtskarten mit teilweise persönlichen Wünschen wurden in den Kindergärten und Schulen im Schrobenhausener Land gebastelt und nach Litauen geschickt. „So ein trauriges weihnachten erleben wir hoffentlich nicht wieder“, denkt Eva Klingenberg an die litauischen Kinder, denen die Geschenke sehr gefehlt haben. So will der Verein heuer sichergehen, dass der Transport klappt: Ende Oktober soll der hoffentlich voll bepackte LKW nach Litauen starten.

„Jetzt geht es richtig in die Vollen: Es sind fast alle Schulen und Kindergärten wieder dabei“, sagt Eva Klingenberg. Sie hatte Anfang September alle Einrichtungen angeschrieben und darüber informiert, dass die Weihnachtstüten-Aktion heuer früher umgesetzt werden muss. Klingenberg ist dankbar für die unkomplizierte Unterstützung: „jetzt sind es neun Schulen, fünf Kindergärten und die Ministranten aus Hörzhausen.“ Das sind zwar weniger als früher, doch Eva Klingenberg hat Verständnis für die derartige Situation in den Einrichtungen, durch die wenige Zeit bleibt für Außerplanmäßiges. Was die Kinder in die Tüten packen, bleibt ganz ihnen überlassen: Kuscheltiere, Malsachen, Süßigkeiten, Spielzeug – alles, was ihnen selber gefallen würde. „Zum Glück gibt es in den Supermärkten schon alles für Weihnachten“, lacht Eva Klingenberg.

Viele private Spender helfen mit

Die geringere Anzahl an Weihnachtstüten. die aus den Schulen und Kindergärten kommen, wird ausgeglichen durch viele private Spenden: „Heute stand ein sympathisches Pärchen aus Hohenried bei uns vor der Tür mit drei großen Säcken mit Kuscheltieren“, freut sich Klingenberg. „Und dann haben wir fünf Päckchen per Post von jemandem bekommen, der gute Connections zu einem Süßigkeiten-Hersteller hat.“ Die alljährlichen Plüschlöwen sind ebenfalls bereits eingetroffen und auch von der Schrobenhausener Bank wird der Verein seit Jahren unterstützt.
Überhaupt bekommt der Verein sehr viele konkrete Spenden: „Früher musste ich manches ablehnen, weil der LKW so voll war, inzwischen wissen die Leute, was gefragt ist.“ Kleidung ist bereits ausreichend vorhanden, für anderes ist aber noch Platz. „Was uns heuer kalt erwischt hat, ist dass einige Großspender nicht dabei sind.“ Der Grund: natürlich die Pandemie, denn teilweise würde nur noch bedarfsbezogen produziert, um das Risiko zu minimieren. „Von daher haben wir nun Platz auf dem LKW“, sieht Klingenberg das Positive. „Die Freunde des Vereins haben ja schon fleißig gesammelt: Baby-Equipment, Fahrräder, Kleinmöbel, eine Couch – das bringen wir jetzt unter.

Spielsachen für draußen sind sehr gefragt

Viele Menschen rufen schon jetzt bei Eva Klingenberg an und fragen, was sie wann und wo spenden dürfen: „Das Telefon steht kaum still“, ist sie sehr froh über die Hilfsbereitschaft und dass der Weihnachtstransport des Vereins so fest in den Gedanken der Menschen im Schrobenhausener Land verankert ist. Wenn sie sich etwas wünschen dürfte, dann gäbe es da schon ein paar Dinge: „Wirklich toll wären Dreiräder, Kinder-Fahrräder, Bobbycars und Spielsachen für draußen.“ Kuscheltiere und Süßigkeiten werden immer gerne genommen, um die Weihnachtstüten aufzufüllen. Aber es gibt noch einen ganz besonderen Wunsch. „Das Gemeindehaus in Naujiena hat gefragt, ob wir vielleicht einen Rasenmäher haben.“ Einen üblichen Rasenmäher haben sie schon bekommen. „Dann habe ich erfahren, dass die Wiese in Naujiena 6000 Quadratmeter groß ist – da wäre ein Aufsitzrasenmäher schon toll.“

Herbsttransport 2021 Schneller als die Pandemie

Kinderhilfe überlegt, Weihnachtstransport auf den Herbst vorzuziehen

Herbsttransport 2021 Schneller als die Pandemie

von Heidrun Budke, Schrobenhausener Zeitung, August 2021

Kinderhilfe überlegt, Weihnachtstransport auf den Herbst vorzuziehen von Heidrun Budke August 2021

Schrobenhausen – Wie kann dieses Jahr der Weihnachtstransport nach Litauen über die Bühne gehen, ohne dass Corona einen Strich durch die Rechnung macht ? Diese Frage stellen sich im Moment der und die Mitglieder der Kinderhilfe Litauen. Eine Idee gibt es und das Wissen, dass nur ein Plan B nicht genug sein wird.

„Wir haben wild diskutiert und die Meinung der Mitglieder abgefragt“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Eva Klingenberg. Bei der Jahreshauptversammlung Ende Juli kam der vielleicht entscheidende Vorschlag von Mitglied Birgit Pfannerstill: Ein Herbsttransport mit allen Spenden, die jetzt schon in den Kellern lagern.

Damit stellte sich die Frage: „Was ist mit den Weihnachtstüten ?“ Diese werden jedes Jahr mit Schulmaterial und ein paar Süßigkeiten gefüllt und erhalten eine ganz persönliche Note durch Weihnachtskarten, die von Kindergarten- und Grundschulkindern im Schrobenhausener Land gebastelt werden. „Normalerweise sind wir ja vorher Wochen und Monate beschäftigt!, veranschaulicht Eva Klingenberg, „aber ein Herbsttransport müsste gefühlt aus dem Bauch heraus im Oktober passieren, sonst könnte schon wieder alles dicht sein.! Das wären 4 bis 6 Wochen vor dem sonst üblichen Termin und genau dies wirft viele Fragen auf, die relativ kurzfristig geklärt werden müssen. „Corona zwingt uns dazu, ums Eck zu denken, kreativ zu werden und andere Wege zu gehen – wir müssen schauen, was geht.“ ist sich Eva Klingenberg im Klaren.

Im Moment mache an eine Art Brainstorming, was aufgrund des früheren Zeitpunktes alles bedacht werden muss. Ein paar Punkte hat Eva Klingenberg bereits geklärt: „Wir haben gefragt, ob wir so früh ins Lager können – können wir. Und ob unsere LKW-Fahrer Zeit haben – haben sie.“ In dem Zusammenhang hat sie ein großes Lob für den bewährten Lkw-Fahrer: „Da haben wir diesen super Josef Stegmayr – ein toller, zuverlässiger, entspannter Kerl.“ Er hat früher den alten Lkw immer wieder repariert, der gehörte dem Deutschen Roten Kreuz und wurde inzwischen verkauft. „Aber auch das hat Sepp geklärt“, ist Eva Klingenberg erleichtert; „er hat es geschafft, dass ein lokaler Unternehmer uns einen neuen LKW zur Verfügung stellt.“ Eine andere Frage betrifft den Inhalt der Tüten: Sollte man auf Süßigkeiten verzichten aufgrund der Haltbarkeit und mangelnder Kühlmöglichkeiten ?“ „Wir könnten die Tüten packen lassen mit Malsachen, Schulequipment und Kuscheltieren.“ Vor Weihnachten könnte der Verein dann Geld überweisen, damit die Süßigkeiten in Litauen gekauft werden.

Aber auch ein persönlicher Aspekt beschäftigt die engagierte Vereinsvorsitzende, die beruflich als Stewardess arbeitet, sehr: „Im Herbst habe ich ja keinen Urlaub – ich fliege ja wieder voll.“

Dabei wäre sie so gern bei dem Transport dabei und nicht zuletzt ist sie ja auch irgendwie das Gesicht des Vereins. Doch es scheint sich abzuzeichnen, dass sie weder im Oktober noch im November oder Dezember mitfahren kann. Zudem wir Klingenberg wahrscheinlich beim Einsammeln der Tüten in den Kindergärten und Schulen Hilfe brauchen: „Wir müssen klären, wer mir da etwas abnehmen kann. Das müsste jemand sein, der den Kindern etwas erklären kann, wenn sie Fragen haben.“

Ein bisschen Glück gehört dazu, dass sollte sich schon ein Weg finden lassen. Das wirklich einzig Limitierende wären gesetzliche Bestimmungen. Und er fasst die Marschrichtung zusammen: „Man muss schauen, ob man das selber uns alles Beteiligten zeitlich das zeitlich umsetzen können. Dann ist es wichtig, den Plan mit den Schulleitern abzustimmen und bei den litauischen Stellen klären, ob die die Tüten sicher zwischenlagern können – sie müssen ja vorbereitet sein, wenn wir sechs Wochen früher vor der Türe stehen.“

Eva Klingenberg sieht das genauso und betont: „Wir sind alle willig und kreativ – und wir müssen einfach schneller sein, als die Pandemie.“ SZ

Karten basteln

Schrobenhausen – Die zentrale Frage, ob das Basteln der Karten in den Schulen so früh umgesetzt werden kann – damit steht und fällt die Idee. So weiß Eva Klingenberg: „Wir müssen in den Ferien ein Schreiben an die Schulen und Kindergärten verfassen, erklären, was wir überlegen und ob sie sich das vorstellen können.“

Wichtig sei, dass die jeweiligen Einrichtungen die Info vor der ersten Sitzung Anfang September haben: „Dann können sie vielleicht Ende September das Projekt umsetzen – ich denke fast, früher wird das nicht möglich sein.“ Dann könnten die Karten Anfang Oktober abgeholt und damit die Abfahrtszeit auch frühestens Mitte, eher Ende Oktober terminiert werden. Und wenn wieder Homeschooling wäre ? Da will Eva Klingenberg gar nicht drüber nachdenken: „Dann müsste ich 1000 Privathaushalte abfahren.“ Also müsste wieder eine Alternative geplant werden: „Wir überlegen viele Optionen – Plan B, C, D bis Z“, sagt sie, „das ist es, was es den Vereinen schwer macht.“

Ihr Mann Sven Klingenberg macht Mut: „Ich denke, wenn alle mitmachen und prinzipiell von dem Plan überzeugt sind, dann findet man einen Weg. hbu

1 Verein ohne Grenzen Kinderhilfe Litauen

Die Kinderhilfe erfährt oft und unerwartet Unterstützung, auch aus der Ferne

Verein ohne Grenzen

von Heidrun Budke Schrobenhausener Zeitung 31.08.2021

Verein ohne Grenzen Zeitungsartikel Schrobenhausener Zeitung Lokals am 31.08.2021

Hohenried – Im Schrobenhausener Land ist die Kinderhilfe Litauen seit über 25 Jahren eine feste Größe. Die Weihnachtstransporte in den baltischen Staat sind ein Fixpunkt im Vereinskalender. Zudem werden regelmäßig nachhaltige Projekte in den sozialen Einrichtungen in Kleipeda, Kaunas und Zelsva umgesetzt. Dabei hat der Verein viele Unterstützer und manche kommen nicht aus Schrobenhausen.

„Vor kurzem hat mich Mary Leistle angerufen“, erzählt Eva Klingenberg, die Vorsitzende der Kinderhilfe Litauen und Tochter des inzwischen verstorbenen Vereinsgründers Manfred Schwaak. „Die bekannte Schrobenhausener Malerin kennt meine Eltern von früher“, weiß Klingenberg. Leistle fragte an, ob sie dem Verein einiger Kinderbilder für Litauen schenken darf: „Diese hat sie 2009 für die beiden Söhne ihres Neffen gemalt und dort hingen sie nun zehn Jahre lang“, kennt Klingenberg die Geschichte dieser Gemälde. Inzwischen sind die Jungen zu groß für diese Motive und Leistle kam auf die Idee, ob Eva Klingenberg die Bilder nicht nach Litauen mitnehmen möchte. „Da hat sie natürlich offene Türen eingerannt“, freut sich die Vereinsvorsitzende, „die farbigen Gemälde sind ideal für die Sonderschule in Kaunas mit ihren langen grauen Gängen – perfekt.! Außerdem gab Leistle Puppen dazu, die bisher in ihrem Wohnzimmer saßen, denn dort soll ebenfalls neu dekoriert werden.

„Weil sie sich doch schwer getrennt hat, habe ich Fotos von allem gemacht und werde ihr diese vorbeibringen“, sagt Klingenberg.

Manchmal kommt Unterstützung aus der Ferne

So wie der Kontakt zu Mary Leistle entstammen viele aus der Zeit, als Eva Klingenbergs Vater Manfred den Verein in Schrobenhausen bekannt machte. Bis heute gibt es zahlreiche tatkräftige Förderer in der Region, zum Beispiel die Kindergärten und Schulen, die die Gestaltung der Weihnachtspost übernehmen, der Frauenbund oder die Rotarier, den Lkw-Fahrer Josef Stegmayr oder den Busfahrer Josef Mahl – um nur einige auf der langen Liste zu nennen. Eva und Sven Klingenberg sind sehr stolz darauf und ebenso dankbar, auf so viele Helfer vor Ort zählen zu können. Und manchmal kommt Unterstützung überraschend aus weiter Ferne.

So erzählt das Ehepaar von einem Vereinsmitglied aus Bremen: „Alexander Grauer ist Russland-Deutscher“, weiß Eva und Sven kennt die Geschichte, wie der Bremer zur Kinderhilfe kam „Die ursprüngliche Idee war, dass er sich selber im Baltikum engagieren und dafür einen gemeinnützigen Verein gründen wollte.“ Auf der Suche nach Informationen kam er auf die Homepage der Kinderhilfe: „Er wollte gleich mit uns dort hinfahren und ein Haus bauen“, ist Sven von der Tatkraft beeindruckt. Dann wurde Grauer Mitglied.

Vor einigen Jahren gewann der Verein ein Mitglied in Österreich: „Mantis Bandonis – ein Litauer, der in Österreich lebt“, sagt Sven Klingenberg. Irgendwann kam ein Mitgliedsantrag per Mail: „Wir haben zurückgeschrieben und er hat gemeint, er findet es sensationell, was wir machen und das Mindeste, was er tun kann, sei, und als Mitglied zu unterstützen.“ Auch konkrete Hilfsangebote erreichen den Verein: „Eines Tages rief ein circa 30-jähriger Mann aus dem Hamburger Raum an, der sich als LKW-Fahrer angeboten hat“, erzählt Sven. Der Hamburger hatte den Aufruf auf der Vereinshomepage gefunden: „Wir haben telefoniert und Witze darüber gemacht, dass die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte lang wären“, lacht Sven Klingenberg und ist sicher, dass das Angebot ernst gemeint ist: „Er würde den schwereren Weg gehen, wenn wir ihn brauchen.“

Spende von einem Pianisten aus dem Flugzeuge

Sogar bei der Arbeit entwickeln sich Kontakte. Eva Klingenberg ist Stewardess und erzählt: „Ich hatte einen Passagier an Board, der ist Pianist.“ Als sie fragte, wo sie ihn spielen hören kann und ihm als Kontaktinfo die Visitenkarte von der Kinderhilfe gab, fand er das interessant: „Kurz drauf kam ein Päckchen mit zwei seiner CDs und einer Karte, dass er soeben an die Kinderhilfe gespendet hat“, ist Eva bis heute überrascht.

Eine Geschichte bleibt dem Ehepaar besonders in Erinnerung: Für den Transport der Weihnachtskarten wurde im vergangenen Jahr eine Spedition aus Litauen beauftragt. Der litauische Fahrer kam zu den Klingenbergs nach Hause, um die vier Pakete abzuholen: „Dieser Fahrer hat die Päckchen eingeladen und wusste gar nicht, was er eigentlich abholt“, sagt Sven Klingenberg. Die beiden Männer kamen kurz ins Gespräch über die besondere Weihnachtsaktion. Da war der Fahrer so gerührt“, erinnert sich Sven Klingenberg, „er stand an seinem LKW und ihm ist eine Träne runtergekullert – das war sehr bewegend, der Mann war so erfüllt in dem Moment. Er fand es schön, dass er an der Aktion teilhaben kann.“

Eva und Sven Klingenberg wissen, dass der Verein nur durch die vielen, langjährigen und engagierten Mitglieder aus dem Schrobenhausener Land machbar ist. Gleichzeitig freuen sie sich, wie weit manchmal die Grenzen werden. Die beiden sind dankbar für die vielen schönen Momente, die die Arbeit des Vereins auch für sie selber besonders wertvoll machen. SZ

Inklusionsspielplatz an der Sonderschule in Kaunas

Auf dem Inklusionsspielplatz an der Sonderschule in Kaunas herrscht große Freude über die neuen Spielgeräte

Sieben Spielgeräte für Litauen

Heidrun Budke​, Schrobenhausener Zeitung, 20.08.2021

Zeitungsartikel Spielgeräte für Sonderschule Kaunas

Verein, Kinder und Lehrer freuen sich über einen Inklusionsspielplatz in Kaunas

Hohenried – EIn Inklusionsspielplatz an der Sonderschule im litauischen Kaunas, damit ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Umgesetzt wurde das Projekt von der Kinderhilfe Litauen mit viel Engagement seitens des Vereins, produktiver Unterstützung Dritter und nicht zuletzt einer kleinen Prise GLück.

Bunte Farben schaffen einen Lichtblick

„Wir haben es geschafft, kurz bevor Corona alles unmöglich gemacht hat, ein Projekt umzusetzen, das ich mir schon lange gewünscht habe“, erzählt die Vorsitzende des Vereins, Eva Klingenberg. Seit langem unterstützt der Verein die Sonderschule in Kaunas. 

Dort leben bis zu 160 teils körperlich, teils geistig behinderte Kinder. „Das ist ein großes Gelände mit grauen Innenhöfen und grauen Wänden“, bescheibt Eva Klingenberg die triste Situation. So entstand ihr Wunsch: ein Inklusionsspielplatz mit barrierefreien Geräten, der das gemeinsame Spielen aller Kinder ermöglichen würde. Durch bunte Farben der Spielgeräte einen Lichtblick zu schaffen und eine Spielmöglichkeit für draußen. Also suchte Klingenberg bereits vor einigen Jahren im Internet nach Rollstuhl-geeigneten Geräten. Aufgrund von Corona hatte die Stewardess im vergangenen Jahr Zeit und startete erneut einen Versuch: Da kam sofort eine sensationelle Seite mit genau den Sachen, die wir wollten“, ist ihr die Freude auch gut ein Jahr nach dem Fund deutlich anzusehen. Eine Firma aus Kiel hatte alles im Programm, was sich der Verein gewünscht hatte: Höhenverstellbare Sandkkästen, Wippen, Schaukeln, Drhkarussels, Maltafeln, alles barrierefei und rollstulgeeignet . „Und eine ganz tolle Inklusionsspielanlage auf die man mit dem Rollstuhl drauffahren kann“, beschreibt Klingenberg, wer körperlich fit ist, kann einfach dazukommen.“ Im Handumdrehen antwortete der Geschäftsführer auf ihre Anfrage. Sven Klingenberg (zweiter Vorsitzender) erzählt, der Kauf habe die Kinderhilfe und das Unternehmen vor nicht gerade alltägliche Aufgaben gestellt: „Wer macht schon Geschäfte mit Vereinen und welcher Verein kauft schon Geräte in dem Umfang ein, um sie dann zu verschenken “ Glücklichrweise habe man sich gut verstanden, die Firma kam dem Verein sogar bei den Transportkosten von Kiel nach LItauen entgegen: „Wir haben alles mit Bravour gelöst“, freut sich Sven Klingenberg über die gute Zusammenarbeit.

„Es ist das größte Projekt, das wir bisher umgesetzt haben“, stellt Eva Klingenberg fest. Tatsächlich standen letztlich 38 000 Euro auf der Rechnung. „Dafür haben wir sieben Spielgeräte bekommen“, sagt sie zufrieden und zählt auf: „Das teuerste war die große Inklusionsanlage. Dazu die barrierefreie und befahrbare Sandkiste, ein Stehkarussell, eine Rollstuhlwippe, eine Schaukel für Rollstuhlfahrer und eine Tafel zum Bemalen.“ Die Kinder malen sowieso gern, das weiß sie aus der Vergangenheit: „Ich habe schon unzählige Malkreiden dorthin gebracht“, lacht sie. Finanziert wurde das Projekt zum Einen durch das Vereinsguthaben. Auch die Sonderschule hat sich beteiligt: Durch Spendengelder konnten die Litauer ein Spielgerät finanzieren und erbrachten zudem Eigenleistung.

Noch immer Kontakte durch Manfred Schwaak

Diese Mitwirkung aller Beteiligten war eine Voraussetzung für eine spezielle Förderung, die sich der Verein sichern konnte. Durch Manfred Schwaak, den inzwischen verstorbenen Gründer der Kinderhilfe, besteht noch immer Kontakt zu einem ehemaligen Kollegen bei Henkel. Dort gibt es für engagierte Kollegen und Pensionäre sogenannte „MIT“-Projekte, über die ehrenamtliche Projekte finanziell gefördert werden können. Sven Klingenberg füllte die notwendigen Formulare aus und freut sich: „Das hat sich am Ende gelohnt, denn es gab einen Zuschuss von 6.000 Euro; so haben wir wirklich ein Potpourri an Geräten ausgesucht“, denn anstatt den Vereinsanteil zu reduzieren, entschloss sich der Vorstand: „Wenn wir schon so ein Glück haben, dann versuchen wir das Maximale rauszuholen.“ Zudem profitierte der Verein von der damaligen Mehrwertsteuersenkung auf 16 Prozent. Inzwischen sind die Geräte geliefert und aufgebaut: „Die Kinder konnten so wirklich zur Corona-Hochzeit raus“, ist das Ehepaar Klingenberg sehr glücklich über das gelungene Projekt, Ihr Ansprechpartner der Sonderschule, der Englischlehrer Neijus Lebednykas, habe so schön geschrieben, wie sehr sich die Kinder gefreut haben. Eva Klingenberg strahlt: „Wir sind so dankbar, dass uns so viele unterstützt haben. Die Freude über die Spielgeräte hat uns jetzt so erfüllt.“ SZ

1070 Weihnachtskarten für Kinder in Litauen

1070 Weihnachtskarten für Kinder in Litauen

Wieder bereiten Hunderte Kinder aus dem Schrobenhausener Land in Litauen viel Freude

(mit selbstgebastelten Weihnachtskarten)

SZ am 11.12.2020

Zeitungsartikel 1070 Weihnachtskarten für Kinder in Litauen

Der Verein „Kinderhilfe Litauen“ ist seit Jahrzehnten ein fester Begriff im Schrobenhausener Land.Daran hat sich auch nichts geändert, seit Eva Klingenberg, die Tochter des Gründers [Manfred Schwaak], den Vereinsvorsitz übernommen hat. Selbst in dieser ungewöhnlichen Corona-Zeit bringt die engagierte Frau, gemeinsam mit unzähligen Unterstützern, Freude nach Litauen. Damit verschafft sie gleichzeitig vielen Menschen in und um Schrobenhausen einen wundervollen Lichtblick. Und wieder bereiten Hunderte Kinder im Schrobenhausener Land Kindern in Litauen Freude.

Die Erwachsenen und Kinder in den Schulen und Kindergärten waren so enttäuscht und traurig, dass sie keine Tüten packen konnten“, erzählt die Vereinsvorsitzende Eva Klingenberg und es ist ihr anzuhören, wie nah ihr diese Rückmeldungen gingen. Gerade in dieser Zeit, „die eh so schwierig ist, so fordernd und traurig an vielen Stellen“, hatte auch sie sich gefreut auf den Transport nach Litauen, um wie in den vergangenen Jahren die liebevoll gepackten Geschenktüten an die Kinder in den Heimen, der Sonderschule und dem Krankenhaus zu übergeben. So hatte sich die 42-Jährige extra Urlaub genommen in der Hoffnung, dass sie und ihre Mitfahrer Corona trotzen könnten. „Aber dann mussten wir es diesmal doch etwas anders machen“, sagt sie.

Dass sich dieses „etwas anders“ zu einer vielseitig-bereichernden Aktion entwickeln würde, das ahnte zunächst niemand im Vereinsvorstand. Die Idee, die der Schriftführer Jürgen Bursian hatte, war eigentlich ganz einfach: Zum einen wurden Spenden gesammelt und an die Ansprechpartner in den befreundeten Einrichtungen in Litauen überwiesen mit dem Auftrag, für die Geschenktüten einzukaufen und diese vor Ort zu packen. Schöne Dinge im Wert von 10 Euro pro Kind sollten es sein, wie das auch sonst in Deutschland üblich ist, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Sven Klingenberg.

„Ich finde es so wichtig, dass die Kinder in Litauen wissen, dass wir sie nicht vergessen haben“, sagt seine Frau Eva Klingenberg – und so entstand der zweite Teil der Idee: „In dieser Zeit wollten wir einen Lichtblick bringen und einen persönlichen Gruß aus Schrobenhausen. Ein Zeichen der Verbundenheit und der Freundschaft.“ Und dann fügt sie ganz trotzig hinzu: „Das lassen wir uns nicht verderben von diesem C-Wort.“ Also wurden allen Kindergärten und Schulen, die die Aktion seit Jahren unterstützen, darum gebeten, Weihnachtskarten für die Kinder in Litauen zu basteln mit dem Plan, diese dorthin zu schicken und mit den Geschenktüten zu überreichen.

Eva Klingenberg war schon sehr traurig, nicht selbst fahren zu können, denn das Schöne an den Transporten nach Litauen ist für sie, die Freude der Kinder so direkt zu erleben: „Die Kinder umarmen uns und freuen sich, dass etwas von so weit her kommt.“ Besonders die Geste kommt so gut an, vor allem bei den behinderten Kindern, die nicht die Lobby haben, ist sie überzeugt und erzählt: „Einmal hat die Mama von einem autistischen Jungen gesagt, dass wir wirklich das Highlight seines Jahres sind. Er wartet auf unseren Besuch, er überlegt sich Lieder, probt mit den anderen Kindern. Es ist so wichtig für ihn, dass er in unserem Leben eine Rolle spielt.“

So sollen jetzt die Karten widerspiegeln, dass die Menschen im Schrobenhausener Land die Kinder in Litauen nicht vergessen haben. Welche große Resonanz diese Idee hervorrief, hätte sich das Ehepaar Klingenberg vorher kaum träumen lassen: „Das ist tatsächlich toll, wie das umgesetzt worden ist. Diese Idee ist komplett aufgesaugt worden und es sind wirklich sensationelle Karten zurückkommen“, freut sich Sven Klingenberg.

Tatsächlich hat Eva Klingenberg 1070 Karten gezählt, große und kleine Formate sind entstanden, alle ganz unterschiedlich gemacht. Manche Kinder haben litauische Wörter im Internet nachgeschaut oder gar einen ganzen Weihnachts- und Neujahrsgruß auf Litauisch auf die Karte geschrieben. Es gibt Karten mit aufgemalten Tannenbäumen oder mit aufgeklebten roten Nasen, Engel wurden gemalt, Geschenkpäckchen – oder eben alles, was irgendwie weihnachtlich ist. Bis Mitte November hatten die deutschen Kinder Zeit, alles in Ruhe zu gestalten, dann begann Eva Klingenberg ihre große Abholtour: In jede der 16 Einrichtungen in und um Schrobenhausen fuhren sie oder ihr Mann Sven Klingenberg, um die gebastelten Schätze persönlich in Empfang zu nehmen. Damit war es einmal nicht das Ehepaar Klingenberg, das Freude brachte – dieses Mal durften sie selber ungeheuer viel Freude entgegennehmen, denn die Kreativität der Kinder und die liebevolle Art, mit der sie die Karten gestaltet hatten, rührt die beiden sehr.

Der Auftakt war im Kindergarten Wolfodus in Hohenwart. „Die Leiterin Manuela Weber hat gesagt: Das hat so gut getan in dieser Zeit: Sie bringen so einen richtigen Lichtblick“, erzählt Eva Klingenberg. Auf ihrer Tour erlebten die beiden schöne Geschichten und vor allem sehr viel Interesse der Kinder an den Empfängern in Litauen: Wo ist denn Litauen? Wie sehen die Menschen dort aus? Das wurden die Klingenbergs gefragt. In der Grundschule in Schiltberg war Eva Klingenberg besonders gerührt: „Wenn wir kommen, um Tüten abzuholen, studieren sie Lieder ein, machen Aufführungen, fragen viel und wollen Fotos sehen. Als sie dieses Jahr ,Leise rieselt der Schnee‘ gesungen haben, da musste ich fast heulen“, gibt sie offen zu. Auch ihr Mann Sven Klingenberg hatte so besondere Momente: „Viele Lehrerinnen, Eltern oder Erzieherinnen sind ja schon seit 20, 25 Jahren dabei. Das habe ich gespürt, als ich dort war: Was für ein Segen das jetzt ist, für Litauen, aber auch für uns – da spürt man, wie es einem warm den Rücken runterrieselt. Dafür macht man es ein Stück weit auch, weil man selber davon zehrt.“ Die Kontinuität sieht er als ganz zentralen Aspekt bei der Arbeit des Vereins und bei der Weihnachtsaktion.

Zum Abschluss der Einsammelaktion war Eva Klingenberg im Kindergarten Sonnenschein in Hohenried. Dort haben die Kinder große und kleine Karten gestaltet und die Erzieherin hat ein litauisches Weihnachtsgedicht aufgeklebt. Die größeren Weihnachtskarten können nun als Deko verwendet werden: „Ich schicke einfach eine Schur mit und Holzwäscheklammern, dann können sie die Karten aufhängen.“ Die Sonderschule in Kaunas, in der circa 200 behinderte Kinder leben, ist ein „gräusliges, altes Gebäude aus den 60ern mit grauen Wänden und gewellten Linoleumböden, so richtig trist“, findet Eva Klingenberg, „da macht sich das super in den Gängen als bunter Lichtblick auf Weihnachten.“

In der vergangenen Woche kurz vor Nikolaus kam die Litauer Spedition TL Nika mit einem Kleinbus nach Hohenried und transportierte die Kartons mit den Karten zu den Einrichtungen. Das nahm der Vereinsvorsitzenden eine große Sorge ab: „Es hat mir schlaflose Nächte bereitet: Ich habe versucht, einer Freundin in Litauen ein Paket zu schicken vor zweieinhalb Monaten und es ist nun zum zweiten Mal wieder hier bei mir. Ich hatte so Panik, dass diese wundervollen Weihnachtskarten nicht rechtzeitig ankommen oder gar nicht – oder zu Ostern.“ Der Kontakt zu der Spedition kam über den litauischen Honorarkonsul Benjamin Wittstock zustande, den die Hohenriederin einfach anrief. Wittstock war zum 20. Vereinsjubiläum in Schrobenhausen und erinnerte sich gut an Evas Vater und Vereinsgründer Manfred Schwaack. Der Honorarkonsul schlug die Spedition vor und vermittelte den Kontakt zu Mitarbeiterin Diana Wirtz: „Sie wusste, es ist schwierig, aber rief ein paar Tage später wieder an und meinte: Wir schicken das mit unserem Kleinbus“, erzählt Eva Klingenberg und atmet erleichtert aus: „Da war ich so froh!“

Inzwischen sind die Kartons mit den Karten in Litauen angekommen, werden mit den Geschenktüten verpackt und dann an die Kinder überreicht. „Es war uns ganz wichtig, dass die Verbindung nicht abreißt von den Schrobenhausener Kindern nach Litauen“, sagt Sven Klingenberg und Eva Klingenberg setzt den Gedanken fort: „Ich hatte den Eindruck, dass das Gestalten und für jemand anders etwas zu machen die Kinder zur Ruhe bringt und sie nochmal überlegen, was es ausmacht im Leben. Ich glaube, es hat ihnen gutgetan, Freude zu bringen und etwas Schönes zu machen für andere Menschen.“

[Den Zeitungsartikel auf der Website des Donaukurier lesen]

Bauer AG spendet 12000 Euro für soziale Zwecke

Bauer AG spendet 12000 Euro für soziale Zwecke

Bauer AG spendet an die Kinderhilfe Litauen, den Caritasverband, die Fips Kinderkrankenpflege und die Rumänienhilfe

Schrobenhausener Zeitung, 02.11.2020

Foto: Bauer AG

Bauer AG spendet 12000 Euro

Schrobenhausen – Für die Bauer AG ist es längst zu einer guten Tradition geworden, in der Weihnachtszeit auf Geschenke für Kunden und Geschäftspartner zu verzichten und stattdessen soziale Einrichtungen in der Region zu unterstützen. Jeweils 3000 Euro gingen in diesem Jahr an den Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen an den Verein Kinderhilfe Litauen, an die Fips Kinderkrankenpflege gGmbH
und an die Humanitäre Hilfe des BRK-Kreisverbands Neuburg-Schrobenhausen. „Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir zusammenrücken, sagte Bauer-Finanzvorstand Hartmut Beutler im Rahmen der Übergabe. „Mit unserer Spende möchten wir uns bei denen bedanken, die auch in dieser außergewöhnlichen Zeit mit anpacken und helfen, wo sie gebraucht werden.“
Der Verein Kinderhilfe Litauen möchte die Lebensumstände der Menschen – vor allem die der Kinder – im Süden der drei baltischen Staaten verbessern.
Eine besondere Herzensangelegenheit ist der jährliche Weihnachtstransport nach Litauen, der wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr in etwas anderer Form stattfindet. Eva Klingenberg, erste Vorsitzende des Vereins, erklärte, wofür die Weihnachtsspende von Bauer unter anderem eingesetzt wird: 

„Wir finanzieren den von uns unterstützten Litauischen Schulen und Kindergärten die Beschaffung und Befüllung von Weihnachtstüten für jedes Kind vor Ort. Damit der Bezug zum Schrobenhausener Land und seinen Menschen auch in dieser Zeit besonders spürbar ist, konnten wir viele Schulen und Kindergärten aus der Region dafür gewinnen Weihnachtskarten zu gestalten. Diese versenden wir in Kürze nach Litauen, damit jeder Weihnachtstüte auch ein persönlicher Weihnachtsgruß beigelegt werden kann.“
Wofür die Weihnachtsspende verwendet wird, steht bei der Humanitären Hilfe des BRK Kreisverbandes Neuburg-Schrobenhausen ebenfalls bereits fest: Seit vielen Jahren initiiert die gemeinnützige Organisation Unterstützungsprojekte in Rumänien. Neu ist, dass die Transporte jetzt mit rumänischen Speditionen abgewickelt werden. Roclica Leporda, selbst gebürtige Rumänin, kümmert sich dann vor Ort um die Verteilung an die verschiedenen Hilfsorganisationen. Trotz Corona konnten bereits vier größere Aktionen durchgeführt werden.
Mit dem Geld sollen nun weitere Hilfstransporte unterstützt werden. Eine weitere Spende ging an den Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen: Hier werden Kühlschränke für das Caritashaus in Schrobenhausen angeschafft, an denen sich die Besucher anonym und kostenlos bedienen können. ,,Es freut uns, dass uns auch immer wieder Lebensmittelspenden erreichen“, erzählt Carolin Hainzinger, Leitung Begegnungsstätte und soziale Beschäftigung Schrobenhausen. „Damit können wir nicht nur die Not des Einzelnen lindern, sondern auch dabei helfen, das Wergwerfen von Lebensmitteln zu verhindern.“ Die Fips Kinderkrankenpflege gGmbH ist unter der Leitung von Birgit Schiedermeier erst in diesem Jahr an den Start gegangen. Der gemeinnützige Pflegedienst hat es sich zum Ziel gesetzt, die Familien ganz besonderer Kinder zu unterstützen: „Die Kinder, die wir betreuen, haben meist eine begrenzte Lebenserwartung“ , so Birgit Schiedermneier. Die Spende der Bauer AG soll für Planungen von Ausflügen und Unternehmungen mit den besonderen Kindern beziehungsweise mit deren Familien eingesetzt werden. SZ

[Der Artikel ist auch auf der Website des Donaukurier zu lesen]

[Mehr Informationen zur Weihnachtsaktion 2020 der Kinderhilfe Litauen]

Die Freudenbringer SZ August 2020

Die Freudenbringer

Allein im Schrobenhausener Land gibt es Hunderte Vereine, die sich mit allen möglichen Themen beschäftigen.

Manche tauchen öfter, andere seltener in der Schrobenhausener Zeitung auf. An dieser Stelle möchten wir möglichst vielen Vereinen ein Forum bieten.

Schrobenhausener Zeitung Samstag/Sonntag, 15./16. August 2020 SZ (Die Freudenbringer)

[Zum Originalartikel]

Die Freudenbringer Zeitungsartikel Vereine in und um Schrobenhausen

Welchen Zielen hat sich Ihr Verein verschrieben ?
Wir möchten die Lebensumstände der Menschen in Litauen verbessern. Das bedeutet zum Beispiel Renovierungen von Schulen, Kindergärten, Kinderheimen zu ermöglichen, die Anschaffung dringend benötigter medizinischer Geräte und Artikel, Spielplätze, Sportgeräte und vieles mehr. Vor allem aber wollen wir mit unserem jährlichen Weihnachtstransport Freude nach Litauen bringen. Wir sind unendlich dankbar über all die Unterstützung, die wir dabei über die Jahre von Kindergärten, con Schulen, vom Frauenbund Schrobenhausen und von so vielen Sponsoren erfahren haben.

Was sind die Höhepunkte im Vereinsleben ?
Da gibt es sooo viele, das wäre ja schon wieder einen eigenen Bericht wert. Zum Beispiel die Verleihung des Georgius Ordens posthum für meinen Vater, den ich 2015 entgegennehmen durfte, die Jubiläumsfeiern zum 20. und 25. Oder aktuell die schnelle und unkomplizierte Umsetzung des Projekts mit den Rotariern zur Beschaffung eines Transportfahrzeugs für die behinderten Kinder der Sonderschule in Kaunas.

Was war das schönste Ereignis im Vereinsleben, an das Sie sich persönlich erinnern ?
In den 25 Jahren unserer Vereinsgeschichte hatten wir das große Glück, unzählige tolle und schöne Dinge erleben und erfahren zu dürfen. Es fällt wirklich schwer, da die Highlights heraus zu picken. Natürlich denken wir unter anderem an Aktionen wie den Rotary RUn, den Weltrekordversuch im Simultanküssen, unsere Vereinsfeste, die unglaublich tolle und nachhaltige Einsatzbereitschaft der Menschen in und um Schrobenhausen, aber auch von neuen Unterstützern, die uns ganz unerwartet gefunden haben, wie zum Beispiel die Mitfahrer der Baltic Sea Rallye.
Am schönsten ist aber wirklich das Erlebnis, zusamen mit unseren engagierten Mithelfern den Weihnachtstransport auf die Beine zu stellen und dann in LItuaen die Freude und Dankbarkeit der Menschen vor Ort erleben zu dürfen. Das Strahlen der Kinder und die Begeisterung über unsere Geschenke gehen einfach ans Herz.

Haben Sie spezielle Wünsche ?
Oh ja. Vor kurzem haben wir erfahren, dass die Humanitäre HIlfe ihren 40-Tonner-Lastzug verkauft hat, den sie uns immer für unseren Weihnachtstransport zur Verfügung gestellt hat. Wir würden uns riesig freuen, von einer Spedition oder einem anderen Unternehmen einen Lastzug gestellt zu bekommen …

Welche Rolle spielt bei Ihnen die Jungendarbeit ?
Jugendarbeit ist ein gutes Stichwort. Wir haben keine eigene Jungendabteilung, wir würden und aber sehr über jüngere Mitglieder und Unterstützer freuen.

Wo sehen Sie Ihren Verein in zehn Jahren ?
Weiterhin aktiv. Wobei Gutes, Bewährtes und Geschätztes weitergeführt und immer wieder mit kreativen und engagierten Menschen um neue Ideen ergänzt wird.

Vorsitzende Eva und Sven Klingenberg

Kinderhilfe Litauen
Gründung: Der Verein wurde 1994 von Manfred Schwaak in Oberlauterbach gegründet der als Junge in der Kriegs- und Nachkriegszeit fünf Jahre in Litauen lebte und dort sehr viel Liebe und Unterstüzung erfuhr.
Größe: 55 Mitglieder. Neuzugänge sind jederzeit willkommen.
Finanzierung: Ausschließlich durch Mitgliederbeiträge und Spenden
Kontakt: Eva Klingenberg (im Bild mit Ehemann Sven), info@kinderhilfe-litauen.de oder telefonisch unter der Nummer (08454) 914 30 30.
Im Netz: www.kinderhilfe-litauen.de

Gemeinsames Engagement: Beladen eines Lkw vor der Abfahrt zum Weihnachtstransport nach Litauen.
Kneippweg, Barfußweg beim Kinderheim Kaunas
Nikoletta verteilt Geschenke Weihnachtstransport Kinderhilfe LItauen
Bub im KInderkrankenhaus Klaipeda freut sich über Geschenk Weihnachtstransport Kinderhilfe Litauen Die Freudenbringer

Gemeinsames Engagement: Beladen eines Lkw vor der Abfahrt zum Weihnachtstransport nach Litauen.

Momentaufnahmen: links die Einweihung des Kneipp-Pfades in der Sonderschule Kaunas, in der Mitte eine Weihnachtsaktion und rechts ein Kind, das aus Schrobenhausen Geschenke erhielt.

Übergabe Transporter (Aktion Rotarier Schrobenhausen) und Geschenke Weihnachten 2019

Ein Bild aus dem vergangenen Winter, als viele Geschenke und ein behindertengerechter Transporter für die Sonderschule in Kaunas in Kooperation mit den Rotariern übergeben wurde.

Datenschutzinformation
Der datenschutzrechtliche Verantwortliche (Kinderhilfe Litauen e.V., Deutschland) würde gerne mit folgenden Diensten Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: