Ein Abend, der viele Herzen berührte
Adventskonzert der Maria-Ward-Realschule stimmt die Besucher auf Weihnachten ein – Stadtpfarrkirche voll besetzt
Von Jeanette Pobitschka im Donaukurier / Schrobenhausener Zeitung
Einstimmung aufs Fest: Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Schrobenhausener Stadtpfarrkirche St. Jakob beim Adventskonzert der Maria-Ward-Realschule. Foto: Jennifer Ardelean
Schrobenhausen – Über 250 Schülerinnen gestalteten gemeinsam mit ihren Musiklehrerinnen und Musiklehrern ein eindrucksvolles Adventskonzert in der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Stadtpfarrkirche St. Jakob Schrobenhausen. Der Erlös des Abends in Höhe von 2500 Euro kommt dem Verein Kinderhilfe Litauen sowie dem Hospizverein Neuburg-Schrobenhausen zugute.
Bereits der stimmungsvolle Lichtereinzug der Mädchen ließ erahnen, wie viele Wochen intensiver Probenarbeit in diesem Konzert steckten. Alle Schülerinnen der fünften und sechsten Klassen eröffneten den Abend gemeinsam mit dem bekannten Stück „Adiemus“ von Karl Jenkins. Begleitet wurden sie dabei von ihren Musiklehrkräften an Klarinette, Violine, Bratsche, Klavier und Schlagwerk sowie von der Bläserklasse sechs und dem Orchester der höheren Jahrgangsstufen.
Berührende Lieder und gedankliche Impulse
In der feierlichen Atmosphäre der Stadtpfarrkirche entfaltete sich ein abwechslungsreiches Programm mit berührenden, vielfach weniger bekannten Liedern zur Adventszeit. Gedankliche Impulse, von fünf Schülerinnen charmant und professionell vorgetragen, verbanden die einzelnen Programmpunkte miteinander und gaben dem Konzert inhaltliche Tiefe.
Besonderen Wert legten die Musiklehrkräfte bei der Programmauswahl auf die völkerverbindende Botschaft von Weihnachten. So wechselten sich deutsche Lieder mit finnischen, polnischen, spanischen und englischen Stücken ab. Die fremdsprachigen Texte meisterten die jungen Sängerinnen mit großer Sicherheit, sichtbarer Begeisterung und musikalischer Ausdruckskraft.
Besonders berührende Momente entstanden durch fünf Solistinnen, die beim polnischen Wiegenlied „Lulaj, mein Kindelein“ vom Chor einfühlsam begleitet wurden. Auch das Auge kam nicht zu kurz: Die Geschichte von Kaspar, Melchior und Balthasar wurde nicht nur durch den besonderen Klang von Glockeninstrumenten wirkungsvoll untermalt, sondern auch szenisch umgesetzt. Zwei Gruppen von Sternsingern mit Königen und symbolischem Getier zogen durch die Kirche, nachdem das Publikum Wissenswertes über die Entstehung der Legende der Heiligen Drei Könige erfahren hatte.
Ein weiterer Höhepunkt der kurzweiligen Konzertstunde waren die jüngsten Instrumentalistinnen der Schule: die Schülerinnen der Bläserklasse fünf. Erst seit rund zwölf Wochen halten sie ihre Instrumente in den Händen – umso bemerkenswerter war es, was sie mit gleich drei Stücken präsentierten. Besonders bei „Jingle Bells“ war die Begeisterung der Mädchen nicht nur zu sehen, sondern auch deutlich zu hören. Das Orchester sowie die Bläserklasse sechs zeigten anschließend mit dem „Andachtsjodler“, „Jingle Bell Rock“ und dem schwungvollen Klassiker „Feliz Navidad“, wie sicher sie sich inzwischen auf ihren Instrumenten bewegen und wie souverän sie auch stilistisch unterschiedliche Werke umsetzen können.
Von den Moderatorinnen wurde anschließend ein weiterer besonderer Programmpunkt angekündigt: musikalische Vorbilder, die den Schülerinnen zeigen, was auf ihrem Instrument möglich ist, sowie Menschen, die auch außerhalb der Schule Orientierung geben. In diesem Zusammenhang wurde auf die ehrenamtliche Arbeit der Kinderhilfe Litauen und des Hospizvereins Neuburg-Schrobenhausen hingewiesen. Musiklehrer und Klarinettist Max Hosemann stellte sein Können eindrucksvoll mit „Somewhere in My Memory“ sowie der „Ukrainian Carol of the Bells“ unter Beweis.
Das Leitmotiv des Abends gab das Lied „Zeit ist voller Hoffnung“ von Pater Norbert Becker aus Steinerskirchen vor. Nach dem Segen des Hausherrn, Stadtpfarrer Florian Stadlmayr, erklang dieses Lied zum Abschluss stimmgewaltig und setzte einen bewegenden Schlusspunkt unter das Konzert.
„Die Hoffnung mit nach Hause nehmen“
Schulleiter Frank Puschner richtete am Ende persönliche Worte an die zahlreich erschienenen Familien, Freunde und Gäste: „Wir wünschen Ihnen, dass Sie etwas von dieser Hoffnung mit nach Hause nehmen und weitertragen – nicht unbedingt in die große Politik oder an ferne Orte, sondern in den Alltag: in eine kleine Geste, ein freundliches Wort, ein Stück Aufmerksamkeit füreinander. Denn genau dort beginnt Frieden.“ Mit lang anhaltendem Applaus dankte das Publikum allen Mitwirkenden für einen Abend, der viele Herzen berührte.